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diese sage geht ihren eigenen pfad

www.sprachgitter.blogspot.com
29.5.09 21:11


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licht:end. manchmal auch dunkel

Man hebt einen stein auf und legt sich dafür einen neuen ins Brett.

"Man schneidet sich nicht zweimal hintereinandern in denselben Finger", sagt J. und lacht. "Und man kauft sich auch kein neues Filetiermesser, weil man das alte verlegt hat, nur um es dann wieder zu verlieren."

So viele Geschichten, die ich weiß, so viele Leben, von denen ich erzählen könnte. Und doch sind es immer nur die Anfänge, die ich zu fassen bekomme, die Schnittmenge von Ereignissen, deren Enden nicht mein sind.

Ich gehe noch nicht. Aber es wäre eine Lüge zu behaupten, ich bliebe länger.

19.2.09 19:00


leichtes gefieder

Vielleicht zu spät, als eine Krähe / unseren Morgen kappt. EIn Schlag. / Und ob sie fällt und ob sie weiterfliegt - irgendwas ist schief gelaufen die letzten monate, das vergangene jahr. irgendwas hat sich aus meinem leben geschlichen - war es die unschuld, die naivität? ich habe keinen satz gemacht, sondern einen sprung, einen riesigen sprung, plötzlich war ich kilometer von mir entfernt. dabei muss wohl was kaputt gegangen sein, ich habs nicht mitbekommen, aber da war was zerbrochen und wollte nicht mehr ganz werden.

der frühling ist keine perspektive.

für solche sätze hätte ich sterben können. j. sagt, die dinge, für die man sterben würde, das sind auch die, für die man lebt. lebe ich also jetzt - für die sätze, den nächsten frühling, der doch wieder vorbeigehen und mich allein zurücklassen wird? Ich lösch die Zigarette aus, ich wünsch mich /weg von hier, ich möchte niemanden, /ich möchte höchstens einen andern sehen.

ich habe ein körperbild angefangen. nein, viel eher eine körpercollage. ich will sie füllen, mit all dem was mich ausmacht, was ich war und sein möchte. ich bin jetzt an den punkt gekommen, an dem ich die wahl habe. es ist mein leben. meine zeit. und meine identität. der drang zur wand ist immer noch da. das aufwachen mit gewschwollenem kopf und schmerzender zunge vorm zu-viel-nicht-sagen. ich ringe noch um worte, schreiben fällt mir leichter. vielleicht bossong in den schnee:  Was gehen dich die Stunden an, die du nicht kennst? / Ich will nur Mädchen sein, nicht in Arkadien leben.


18.1.09 09:27


im aufwachraum

ich mache die augen auf. ich beginne wieder zu atmen, zu leben.

 seit vier wochen und einem tag birgt mich nun diese schutzhülle, bin ich abgeschottet vom leben und zugleich intensiver drin, als jemals zuvor. du musst die angst aushalten, sagt b. und ich weiß, dass sie recht hat. auch wenn die angst vor der angst noch viel größer ist. ich will wieder. will wieder schreiben, was leben heißt, will jedem einzelnen wort wieder das fell über die laute ziehen, die lücken zwischen den sätzen füllen, lauschen. die angst ist immer da, bis kurz vorm zerreißen, aber ich werde nicht sterben. schon so oft bin ich gegen diese eine wand gefahren und immer war ich noch am leben. kurz und schmerzlos wollte ich es, aber so wird das nicht. so war es nie, warn wir nie. lang. lang. lang. und ich bin allein. verdammt, ich will doch nur leben.

20.12.08 10:10


"Es ging ums Nicht-Gesehen-Werden.
Sie verbargen sich, sie versteckten sich, sie wußten, daß Blicke böse waren, ihre eigenen böse werden würden, wenn sie sich zu sehr verrieten. Nicht die Berührung, mit Armen und Beinen, Füßestellen und Abschlagen wurde vermieden, sondern das Erkennen, es war nicht gut, entdeckt zu sein und geschaut. Augen und Körper waren so etwas Offenes, daß man in ihnen Gedanken erkannte. Wilde, stürmische, heimliche Gedanken, vielleicht mehr Blitze, Eingebungen, als schon langsam geronnene Erkenntnisse.

...

Da mußte etwas sein, eine Gefahr, von der ich nichts wußte. Wenn meine Angst vorbei war, kam die Leere, dann die Ruhe. Dann las ich die Bücher, die für den Herbst notwendig waren. Das Buch lag neben mir. Den ganzen Tag hatte ich mit dem Finger die Seiten umgeschlagen. Es war ein dickes Buch.

...

Ich stürze mich in die Arbeit. Ich schenke ihm Wörter um Wörter, und wenn er dann kommt, arbeite ich weiter, mit Korrekturstift und Kohlepapier. Meine schwarzen Finger mag er nicht. In deinem Zimmer, sagt er, bleibt die Luft stehn. Paris ergreift die Flucht. Die Wörter nutzen nichts. Nur meine Brüste, meine Scham, meine Jugend können ihn locken. Ich werde traurig und krank.

...

Die grünen Nadeln sind wie aus Plastik gemacht, die Erde wird damit bedeckt, der Tod kommt zufällig und gegen Morgen, da ist die Kälte am stärksten. Die Sonne scheint auf einen schwarzen Wagen, in dem das Opfer wegtransportiert wird, als solle sich die Szene als Warnung einprägen. Ein Umzug, so scheint es, wird nötig."

 

        Susanne Geiger - Nomaden, Südländer. Oder die Wahrheit der Kinder

26.10.08 11:53


Der Herbst ist ein Leiserwerden.

Der Herbst ist ein Leiserwerden. Ein Altern. Eine Reduzierung auf das zum Leben Notwendigste. Die grauen Strähnen in deinem Haar, die Falten, die ich nie zuvor so gesehen habe. In dieser Klarheit.
Und ich in meiner Jugend. Ich atme das Jungsein zwischen den Blättern. Ich nähe mir Kleider aus Spinnweben und bin jünger als es Kinder jemals sein können. Meine Hände. Deine Hände. Die brechenden Blattadern.

Der Herbst ist ein Rückzug. 

15.9.08 18:06


on the road... oder weil ich bald gehe

wir reisen durch ein land, größer und weiter als alles jemals zuvor, wir laufen im schatten von bäumen, so alt wie seine geschichten, riesiger berge und breiten tälern. wir spüren den sand des wilden ozeanstrandes unter den füßen und den fels jahrtausende alten gesteins. wir halten an, aber bleiben nirgendwo lange, wir schwitzen in den halbwüsten und frieren im hochgebirge. meine schuhe sind nass vom regen - jeder sonnentag trocknet sie binnen stunden. wir sind immer unterwegs und kommen nie an.

und trotzdem ist es zerbrechlich. bald kann ich die zeit an einer hand abzählen. wochen schrumpfen zu tagen, stunden, minuten. als könnte es jemals bleiben...

30.8.08 04:38


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